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Sieben kleine Elfen

Brigitte Richter

Meistens waren es sieben kleine Elfen, die miteinander spielten. Doch in letzter Zeit waren immer nur sechs Gespielinnen zu sehen, die lustig zwischen den Blumen und Gräsern im Garten ihr ausgelassenes Treiben veranstalteten.
Singend und tanzend umrundeten sie die Astern, zogen ihre federleichten Körper an den Stängeln nach oben, um aus den Blüten die Tautropfen zu trinken. Mmmm. Wie köstlicher Wein schmeckte das am frühen Morgen.
Die siebente Elfe, Jasmin wurde sie genannt, saß indessen einsam auf einer Blüte. Immer öfter hatte sie schlechte Laune, weil man sie vermeintlich ignorierte. Sie betrachtete zu oft ihr Spiegelbild in den Tautropfen und dachte sich: Sollen die nur tanzen und singen. Ich bin ja eigentlich auch viel zu schön für die! Jasmin kämmte manchmal stundenlang ihr seidiges Elfenhaar, bis es in der untergehenden Spätsommersonne glänzte. Lang und blond hing es über ihre Schultern. "Keine hat solch ein wundervolles Haar, wie ich", sagte sie laut vor sich hin.

Der kleine Schmetterling hörte es und flatterte ein paar Blüten weiter weg auf eine rote Rose.
"Bist du aber eitel, Jasmin", meinte er.

Die Elfen am Boden hüpften um einen kleinen Laubfrosch herum und freuten sich ihres Lebens und über den herrlichen Sonnenschein, der all die Blumen im Garten zu einem Abenteuerspielplatz für sie gemacht hatte.
Doch auch der Frosch hatte die eitlen Worte von der einsamen Jasmin vernommen. Er würde ja gerne zu ihr hoch, auf die Blüte hüpfen, aber dazu war er wohl zu schwer. Die Blume würde abbrechen.
Da kam die dicke Hummel angeflogen und fragte ihn: "Soll ich dich mal nach oben tragen, damit du der eingebildeten Elfe die Meinung sagen kannst?" Gesagt getan! Er hängte sich an ihre haarigen Beine und ließ sich auf die Blüte setzen. Die schwankte hin und her und Jasmin rief: "Was willst du garstiger Frosch auf meiner Blüte?"
"Mit dir reden, Jasmin. Merkst du nicht, wie dumm du bist? Du bist eingebildet, eitel und naiv. Glaubst du wirklich, dass Einsamkeit dich attraktiver macht?" "Hüpf runter, du ekliger grüner Wicht. Ich will nicht mit dir reden."

Dem Frosch blieb nichts anderes übrig, als sich herunter plumpsen zu lassen. Dabei schwankte die Aster so sehr, dass Jasmin im hohen Bogen in den Gartenteich geschleudert wurde. Sie schrie und drohte zu ertrinken. Schnell hüpfte der Frosch herbei und rettete sie. Ihre Haare waren voller Schlamm, das feine Elfengesicht war zerkratzt und von Schönheit sah man keine Spur mehr.

Das sah auch der freche Spatz und piepte es in die Welt hinaus, dass soeben ein schmutziges, kleines Elfenmädchen aus dem Tümpel gerettet wurde. "Die ist so hässlich, dass man sie gar nicht anschauen möchte", schilpte er drauf los.

Und plötzlich kamen die anderen sechs Elfen angeflogen. Sie reinigten ihre Freundin; machten ihr Kleid sauber und kämmten ihr die Haare. Das beschämte Jasmin sehr. Sie dachte über ihr eigenwilliges Verhalten nach und war froh, dass trotz ihres egoistischen und eingebildeten Verhaltens die anderen noch zu ihr standen.

Schaut mal genau hin, ihr Kinder. Vielleicht könnt ihr sieben lustige Elfen sehen, die bald wieder unter Krokussen,. Osterglocken und Hyazinthen ihre Frühlingslieder singen. Und wenn ein Frosch quakt, dann ist es bestimmt der Retter von Jasmin, in den sie sich im vergangenen Herbst unsterblich verliebt hat.

Ob der eines Tages ein Prinz wird, wenn sie ihn das erste Mal geküsst hat?