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Samstag, den 23. Januar 2010 um 13:24 Uhr |
 
A n t h r o p o s e. V.
F ü r d i e K i n d e r d i e s e r W e l t
- F Ü R E I N E N E U E G E N E R A T I O N O H N E A N G S T -
Ein Verein stellt sich vor
Der "Anthropos e. V." ist eine gemeinnützige Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, bei der Bewältigung akuter Probleme nicht auf künftige Generationen zu bauen, sondern Kindern der neuen Generation zu helfen, tatsächlich eine solche zu werden, zu sein und sie zu gestalten.
Wohin immer wir blicken, welchen Bereich auch immer wir betrachten, stellen wir trotz aller zivilisatorischer Fortschritte erhebliche Probleme fest:
- Wenngleich wir bereits seit über vier Jahrzehnten keinen Weltkrieg mehr erleben mußten, sterben
- täglich Tausende von Menschen bei über 200 weltweit geführten Kriegen und Bürgerkriegen.
- Täglich sterben 35.000 Menschen weltweit (24 pro Minute) an chronischer Unterernährung. Die
- meisten dieser Opfer sind Kinder. Diese "lautlose Katastrophe" resultiert aus einer
- falschen Ernährungs- und Bildungspolitik. Erst rund 80 Länder dieser Erde dürfen als
- "hungerfrei" bezeichnet werden - rund ein Drittel.
- Die Kluft zwischen reichen und armen Ländern ist in den letzten Jahren nicht kleiner, sondern
- immer größer geworden. Rund 10 % aller Menschen halten ca. 90 % des Reichtums, der Betriebs-
- mittel und des Wohlstandes in ihren Händen.
- Als Folge dieser sozialen und soziologischen "Verwerfungen" nimmt die Kriminalität im kleinen wie
- im großen immer mehr zu.
- Aber auch in den hoch- industrialisierten und -zivilisierten Ländern wächst das Potential der
- Verwahrlosung und Vereinsamung immer mehr.
- Wirtschaftswachstum, steigendes Brutto-Sozialprodukt, Exportüberschuß und pekuniärer Wohlstand
- sind die "geistigen Flaggschiffe", denen unsere Anstrengungen gelten. Sozialethische Werte,
- ein liebevolles Miteinander, der Aufbau einer lebens- und liebenswerten Welt, der Schutz des
- Lebens und der Lebensgrundlage künftiger Generationen, eine seelisch gesunde Umwelt und
- ideelle Werte bleiben hinter dieser Entwicklung zunehmend zurück.
- Die Übernahme von Verantwortung für das eigene Ich, aber auch für die geistige, seelische Umwelt,
- den Nächsten und unser aller Zukunft, findet keinen Platz in Parteiprogrammen, bei Gipfelkonferen-
- zen und ebensowenig in der Erziehung unserer Kinder in den Familien, Schulen und Betrieben.
- Ideale und Ziele werden - wenn sie nicht in wirtschaftlichen Größen gemessen werden können
- - allenfalls geduldet, oft nur mitleidig belächelt.
- Persönlichen Erfolg und eigenen Wert mißt der Mensch zunehmend an Qualität und Quantität
- erarbeiteten Besitzes, erworbener Diplome und möglichst offen zur Schau getragener Prestigeobjekte.
Nun ist Besitz bei weitem nichts Ehrenrühriges oder Verdammenswertes. Ebensowenig sind die oben beschriebenen Phänomene auf unsere heutige Zeit beschränkt.
Diese generelle Tendenz begleitete die Menschheit und deren Entwicklung bereits seit jeher und war schon vor Hunderten und Tausenden von Jahren Anlaß für Philosophen und Denker aller Richtungen, auf den "Verfall des menschlichen Ethos" ; hinzuweisen. Lediglich die Geschwindigkeit, mit der sich diese Tendenz in unserer Zeit der schnellen Kommunikation und des überbordenden Einflusses von Geld immer mehr beschleunigt, läßt die daraus resultierenden Probleme und Auswüc hse zunehmend gravierender werden.
Bereits in den Familien werden die nach genauen hierarchischen Strukturen entwickelten Machtverhältnisse festgelegt. Diese setzen sich dann mit brutaler Konsequenz in Schulen und Betrieben, im täglichen Leben, national und international fort.
Hintergrund dieser Suche nach Macht im Sinne der Entwicklung eigenen Wertempfindens ist ein völlig falscher Wertekatalog, dem wir bereits vom Kindesalter an unterworfen werden und dem wir uns gedanken- und verantwortungslos auch später unterwerf en, obwohl wir geistig eigentlich dazu in der Lage wären, uns aus vorgegebenen Musterstrukturen zu lösen.
Andererseits empfinden wir ein ständiges Mißtrauen gegenüber den Lebensmaximen, auf die hin wir "eingeordnet" und erzogen werden. Der Mensch hat trotz aller "zivilisatorischer" Lehr- und Lerninhalte das Gefühl für Fairness und die Qualität seines Tuns und Handelns (noch) nicht verlernt. Unsere innere Stimme sagt uns sehr wohl, was eigentlich gut und richtig, zu tun oder zu unterlassen sei. Dieser "Beurteilungs- und Bewertungs-Parameter" der Qualität unseres Tuns und Handelns entspricht einem im Stammhirn verankerten und genetisch manifestierten Urprinzip, was uns ja bereits im Tierreich begegnet.
Während Tiere jedoch nur dann (und nur solange) jagen und töten, bis das eigene Überleben und das der Rasse gesichert ist, jagt und tötet der Mensch auch darüber hinaus - beinahe, so zynisch dies klingen mag, "auf Vorrat" ;. Damit verstoßen wir gleich in zweierlei Hinsicht fortwährend gegen unser natürliches Empfinden:
a) Wir tun Dinge, die wir eigentlich nicht tun sollten was wir auch sehr genau spüren, und was wir bei anderen auch mißbilligen und verurteilen).
b) Wir geben diese Verhaltensmuster "vorbildhaft" an unsere Umwelt, vornehmlich im Rahmen dessen, was wir Erziehung nennen, an unsere Kinder, weiter.
Dabei stehen hinter diesen "systemfremden" Verhaltensweisen nur die verschiedenen Formen von Angst:
a) Versagensängste: Wir unterwerfen uns der uns durch die Umwelt oktroyierten Werteskala: Wer nichts hat, ist nichts wert. Was jeder zu haben hat, was erstrebenswert ist, entscheidet die Masse; wobei es gilt, möglichst mehr zu haben als die Masse, um damit die eigene Individualität, das "Über-der-Masse-Stehen" zu dokumentieren. b) Verlustängste: Wer sich diesem Zwang der Masse, ihren uniformen Wertvorstellungen - jeweils modisch "eingefärbt" - widersetzt, muß damit rechnen, als Außenseiter gesehen, abgeschoben und aus der Gemeinschaft ausgesc hlossen zu werden. Diese "Urangst des Alleinseins" beherrscht also unser Tun und Handeln mehr, als es unser instinktives "Ur-Bewußtsein" eigentlich gestatten möchte.
c) Schmerzängste: Bereits im Kindesalter erfahren wir, welchen Normen unserer Umwelt (Familie, Schule, Freundeskreis etc.) wir gerecht zu werden haben. Das einfachste Mittel zur Durchsetzung des eigenen Willens ist für die Eltern die Nutzu ng physischer Überlegenheit gegenüber ihren Kindern.
Physischer Schmerz wird dann versuchtermaßen dadurch vermieden, daß man versucht, den Forderungen seiner Umwelt - allen voran denen der Eltern - gerecht zu werden. Ein derart angepaßtes Verhalten setzt sich dann konsequent im weiteren Le ben fort und wird - genauso unreflektiert - weitergegeben, wo immer sich dazu Gelegenheit bietet. Das Recht des Stärkeren gegenüber dem Schwächeren wird brutal genutzt - der inneren Stimme (dem Gewissen) zum Trotze -, wo immer man eine Chan ce dazu sieht, dem "normierenden Anspruch der Masse" gerecht zu werden.
Je mehr die Menschen räumlich und zeitlich zusammenrücken, desto mächtiger wirkt dieser normierende Anspruch der Masse auf jeden einzelnen und desto gravierender auch die Unmittelbarkeit der Ausübung von Macht auf den Mitmenschen.
So brutal dieser geistige Mißbrauch und die seelische Vergewaltigung des Nächsten ist, so scheinen wir doch nicht in der Lage zu sein, uns aus diesem immer enger werdenden Teufelskreis zu lösen. Daß hierbei nicht nur einzelne, sonder n mittlerweile ganze Volksgruppen und zunehmend auch ganze Völker ins Abseits gedrängt, vernachlässigt, bisweilen in eine schier hoffnungslose Lage versetzt werden, wird immer weniger Menschen bewußt, höchstens noch abgestumpft und fatalistisch zur Kenntnis genommen.
Je mehr sich jedoch die umkämpften Machtterrains verengen und je mehr sich die Rivalitäten zuspitzen, desto größer wird die Menge derer, die bei diesen Machtquerelen überhaupt keine Stimme mehr haben, keine Rolle mehr spielen. Di es hat jedoch zur Folge, daß die aus der - um "Qualitäten" ringenden - Menge Ausgestoßenen ihrerseits ein immer stärkeres quantitatives Machtpotential bilden. Da sich die Masse der "Ausgestoßenen" ihrerseits nicht auf Dauer abschotten und stillschweigend abschieben läßt, wächst aus dieser Situation eine immer größer werdende soziale und soziologische "Gegen-Masse".
Mit genau dieser Abfolge der Geschehnisse ist die Bildung der APO (Außerparlamentarische Opposition) der 60er Jahre, die Terror-Bewegung der 70er Jahre und die Entwicklung der "Grünen" in den 80er Jahren zu erklären.
Auch das Ansteigen des Alkohol- und Drogenmißbrauches ist als eine, aus dieser Gesamtentwicklung leicht verständliche Gegenwehr der dieserart an den Rand des Geschehens gedrängten Bevölkerungsgruppe zu erklären. International k&o uml;nnen wir ähnliche Entwicklungen in vielen hochindustrialisierten Ländern beobachten.
Sieht man die gesamte Weltbevölkerung in den verschiedenen Ländern unter den gleichen Vorzeichen, so wird schnell verständlich, daß die Gruppe der unterprivilegieren, wirschaftlich ausgebeuteten und vernachlässigten Länder, die zum Teil nicht einmal die einfachsten Bedürfnisse ihrer Bevölkerung (Nahrung und Unterkunft) befriedigen können, eine ungeheure Gefahr heraufbeschworen wird.
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Dutzenden von Ländern, ihre hoffnungslose Verschuldung bei den reichen Nachbarländern, ihre sozialen und soziologischen Probleme u.v.m. machen schnell erklärlich, warum deren Bevölkerung abstrus en Heilslehren, geistlichen und weltlichen "Sirenenrufen" so gutgläubig, mitunter sogar erschreckend militant folgen.
Alle vollmundigen politischen Parolen, kurzfristigen und kurzatmigen (meist auf wirtschaftliche Belange beschränkten) Rettungsversuche, die zynischerweise auch gleich wieder von entsprechenden Sanktions-drohungen begleitet sind, muten recht ärml ich und erbärmlich an, versuchen sie doch nur, an den Symptomen herumzubasteln, statt den wirklichen Ursachen auf den Grund zu gehen.
Alles bisher Gesagte mag Ihnen zu hart, überzogen und äußerst pessimistisch erscheinen. Aber trifft irgendetwas davon etwa nicht zu?
Nützt es uns allen - vor allem den am meistenBetroffenen -, wenn wir verharmlosen und beschwichtigen? Der Mensch wird als lebensbejahendes, neugieriges und unternehmungslustiges Wesen geboren, das die Gemeinschaft sucht, und dies ohne Vorbehalte irgendwelcher Art.
Das Kind spürt sofort, wer ihm freundlich und gutmeinend gegenübertritt, es ist lernfähig und ahmt voller Vertrauen nach, was ihm das Umfeld vorlebt. Leider lernt es auch sehr schnell, Verhaltensmuster seiner Umwelt aufzunehmen und zu ü ;bernehmen: den Frust der Eltern, den diese aus ihrer Arbeitswelt mit nach Hause bringen, die Spannungen im Elternhaus. Es lernt, die Wertvorstellungen seiner Umwelt zu sortieren und übernimmt diese, ohne in der Lage zu sein, sie kritisch abzuklopfen und gegebenenfalls als sinnlos abzulehnen. Es ahmt in seinem Umfeld (Kindergarten, Schule etc.) nach, was es bei den Erwachsenen als Verhaltensmuster erfährt und übernimmt - völlig unkritisch - deren Bedürfnisse und Ängste. Wird es den Verhaltensmustern seiner Umwelt gerec ht, so erhält es dafür Anerkennung, Lob und Bestätigung. Das ganze nennt sich dann Erziehung.
Aber kann man es den Eltern verübeln, wenn sie - ohne es selbst je anders gelernt zu haben - ihre Kinder eben genau so erziehen?
Sie schieben ihre Kinder doch damit nur auf dasselbe "Lebensgleis", auf das sie ehedem ebenfalls geschoben wurden.
Ist es ein Fluch der Gesellschaft, eine "ewige Strafe" der "Erbsünde", quasi ein Teufelskreis, aus dem wir eben nicht ausbrechen können?
Ganz sicherlich nicht. Wir sollten das Ruder des "Lebensschiffes" unserer menschlichen Rasse ehestmöglich herumreißen, und wir sind dazu auch in der Lage. Wichtig hierfür ist eigentlich nur, daß wir uns nicht stumm und will enlos in unser Schicksal ergeben, nicht seufzend und mit innerem Groll, leise fluchend und dann resignierend abschalten und in die Unabänderlichkeit unserer Existenz fügen, sondern das kollektive Bewußtsein entwickeln, daß dieses uns er Leben durchaus lebenswert sein kann.
Wer spricht uns denn das Recht ab, eine angstfreie Umwelt aufzubauen, unsere Neugier in fröhlicher Kreativität zu befriedigen und unser Leben aktiv in die Hand zu nehmen, statt ständig nach den Geboten und Verboten zu schielen, die uns bislang noch neben den Kinderwagen gestellt werden?
Wir haben uns nicht bestehenden Mißständen anzugleichen und Erziehung als "Einsicht in die Unabänderlichkeit gegebener Verhältnisse" zu verstehen. Wir müssen nicht den Schwierigkeiten und Hindernissen des Lebens mehr oder weniger geschickt auszuweichen lernen, sondern die Chance ergreifen, deren Entstehungen mutig und freudvoll entgegenzuwirken.
Was also not tut, ist, nicht an den Auswirkungen herumzumanipulieren, sondern eben den Ursachen auf die Spur zu kommen, um dann konsequent und schnell Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.
Nicht demütig angepaßte Anbiederung ist gefragt, sondern ein, aus der Gesamtschau resultierendes, verantwortungsvolles Handeln.
Der Anthropos-Kinderheim e. V., der später in "Anthropos e.V. - Für die Kinder dieser Welt" umbenannt wurde, wurde 1987 gegründet. Der oben beschriebenen Diagnose entsprechende Therapien müssen nämlich dort eingeleitet w erden, wo die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft betroffen sind - bei den Kindern.
Es ist sicherlich sinnvoller, die geistig-seelische "Krankheit" unserer Zivilisation gar nicht erst entstehen zu lassen, als diese dann später - nach ihrer "Inkubation" und Manifestation behandeln zu wollen. Unsere Einsicht, die k ranken Symptome unserer heutigen Gesellschaft zu kurieren, muß von Maßnahmen begleitet werden, die bei künftigen Generationen diese Symptome gar nicht erst entstehen lassen.
Nur die Generation erwachsener und angstfrei im sozialpolitischen Leben stehender Menschen wird frei von diesen Krankheitsbildern leben können, die bereits in den Jahren ihrer Kindheit angstfrei zu leben gelernt hat.
Eben diese Angstfreiheit, das angstfreie Leben und Erleben im Kindesalter, hat sich die Anthropos-Bewegung zum Ziel gesetzt. Hierbei bilden folgende Überlegungen die Grundpfeiler: So wichtig die Weitergabe und Wahrung kultureller Werte ist, so unsinn ig ist es, nationale Egoismen fortzusetzen. Wir Menschen müssen endlich lernen, uns als Lebewesen in Einheit zu sehen, losgelöst von rassischem, religiösem oder staatlichem Gruppendenken.
In der Welt der Zukunft dürfen weder rassische, noch ethnische, religiöse oder sonstige Unterschiede über Wert und Unwert des Lebewesens Mensch entscheiden. "All men are created equal" heißt es in der amerikanischen Verfassu ng. Ähnliche Sätze finden wir in fast allen Grundgesetzen. Nur werden diese vollmundigen Sprüche bis heute nirgends gelebt.
Jedes Kind hat ein unabdingbares Recht darauf, daß nicht nur seine primitivsten Grundbedürfnisse (Nahrung, Kleidung, Behausung) befriedigt werden (was heute in vielen Ländern überhaupt noch nicht der Fall ist), sondern auch ein Recht auf Selbstverwirklichung, ein angstfreies soziales Umfeld, Bildung und das Teilhaben am Wohlstand dieser Welt.
Um Mißverständnissen vorzubeugen: Hier soll keiner unilateralen Gleichmacherei das Wort geredet werden. Die Menschen sind mit unterschiedlichen Geistesgaben und Fähigkeiten ausgestattet. Aus diesem Grunde ist jeder Versuch, allen Menschen geistig das Gleiche abzuverlangen oder aufdrängen zu wollen, unsinnig und sogar schädlich, weil es die ei nen dann überfordert, die anderen jedoch hemmt. Der Ruf nach "gleichen Ausbildungschancen für alle" ist der tölpelhafte Versuch, jedem Menschen gleiche geistige Fähigkeiten unterstellen zu wollen. Dieser Forderung nach " gleicher Bildung für alle" liegt eine völlige Überschätzung des Geistes und eine - sehr "gut" in das bereits skizzierte System passende - Geringschätzung manueller Fähigkeiten und Fertigkeiten zugrunde. Wesentlich intelligenter, fairer und gerechter wäre es, Fähigkeiten, gleich welcher Ar t, wertneutral anzuerkennen und zu fördern.
Nun stellen Sie sich doch einmal vor, wie eine Alternative aussehen könnte. Schon der junge Mensch hätte nicht den Status eines unmündigen und unfähigen Kindes, sondern er erhielte bereits in frühester Zeit die Gelegenheit, sich a ktiv am Geschehen zu beteiligen. Wohlgemerkt: Hier geht es beileibe nicht um "antiautoritäre" Erziehung (diese in den 70er Jahren "populäre" Erziehungsmethodik war ja im Grunde genommen nichts weiter, als der Ausdruck des Ver suches einer frustrierten Generation, den Zwängen und angsteinflößenden Mißständen zu entfliehen, die sie selbst zu durchleben hatte). In spielerischer Form lernt das Kind - und zwar angstfrei - zu unterscheiden, was gut und ric htig, förderlich und nützlich ist. Es lotet - ebenso angstfrei - die Grenzen seiner Möglichkeiten aus, wohlwissend, daß ihm da Hilfe geboten (aber nicht aufgedrängt) wird, wo es dieser bedarf.
Anstelle von Verboten und Bannbotschaften (das kannst du nicht, das tut "man" nicht, etc.) erfährt dieses Kind die Auswirkungen eigenen Tuns und Handelns unmittelbar und nicht durch den "Filter" seiner Eltern.
Grundschullehrer bestätigen, daß sich bereits in den ersten Schuljahren sehr deutlich zeigt, welches Kind den Mut zur Kreativität und freien Äußerung eigener Gedanken hat. Demgegenüber stehen die Kinder, für die eine T rennung vom Elternhaus, die Anwesenheit vieler anderer Kinder und die vorbelastete Institution "Schule" enorme Ängste und Hemmschwellen aufbauen. In dieser "Traumwelt", die wir gerade den Mut haben, zu entwickeln, werden die F&aum l;higkeiten eines Kindes anerkannt und nicht geringschätzig belächelt oder relativiert. Neigungen und Interessen werden nicht etwa in verschiedene Qualitätsstufen programmatisch eingeteilt, sondern entsprechend gefördert.
Ob es sich hierbei um geistige oder manuelle Fähigkeiten handelt, ist grundsätzlich völlig egal. Wichtig ist der Mensch an sich und seine behutsame Eingliederung in das, was wir Gemeinschaft nennen. Bezeichnen wir diese "Realisation ei ner freien Welt von Morgen" deshalb einfach als "Anthropos- e. V. - Für die Kinder dieser Welt".
In den Anthropos-Institutionen, die weltweit aufgebaut werden, stehen also geistige und handwerkliche Fähigkeiten gleichwertig nebeneinander und werden ebenso gleichwertig gefördert.
Die "Institution" ist frei von nationalistischer Eigenbrödelei, religiöser, staatlicher und kultureller Einseitigkeit. Die in diesen Anthropos-Institutionen lebenden Kinder werden mehrsprachig erzogen und erhalten die Möglichkeit des internationalen Schüleraustausches. Die unsinnige Unterteilung in "Geisteswissenschaften" und "Naturwissenschaften" wird aufgehoben und statt dessen die gesamte Bildungsarbeit unter die Oberbegriffe "Philosophie" (di e Menschheit, das Leben) und "Psychologie" (der Einzelne) gestellt. Bereits frühzeitig werden die in diesem Denken geleiteten Kinder auch mit Begriffen wie "Verantwortung", "faire Kommunikation untereinander" und "Selbstbewußtsein" (statt adaptierter künstlicher "Selbstsicherheit") vertraut gemacht.
So werden - nach dem Vorbild der Institution "Boy's town" in Nebraska/USA - die Kinder nicht nur von Erwachsenen gelenkt und geleitet, sondern sie lernen frühzeitig, sich in eigenen Gremien zu artikulieren, sich aufeinander einzustellen, ih re Wünsche und Ziele zu äußern, Probleme zu lösen und Beschlüsse zu fassen. Daneben haben alle Kinder die Möglichkeit, miteinander zu lernen, jeder von jedem. Der schon Erfahrenere gibt seine Kenntnisse an den Jüngeren weiter, bekommt dafür jedoch wiederum Hilfe von den bereits Älteren.
Leben heißt dann gleichzeitig Geben und Nehmen - in freier und förderlicher Konkurrenz, ohne den Druck der Normierung von Qualitäten, oder dessen, was die Masse dafür hält.
Nach dem Prinzip:
"J e d e r h a t f ü r s i c h s e l b s t , a b e r a u c h f ü r j e d e n a n d e r e n V e r a n t w o r t u n g z u ü b e r n e h m e n"
sollen diese Kinder in den weltweit errichteten Anthropos-Institutionen über Kindheit und Jugend hinaus bis ins Erwachsenenleben begleitet werden. Demzufolge sind den Anthropos-Institutionen auch Berufsschulen und weitere Ausbildungsgänge angegl iedert, bis hin zu einer freien Universität.
Unterricht und Ausbildung finden in den Anthropos-Schulen in kleinen Gruppen von sechs bis acht Schülern statt, denn nur dann ist ein Lehrer überhaupt in der Lage, auf die individuellen und persönlichen Fähigkeiten und Belange, Fragen und Bedürfnisse seiner Schüler eingehen zu können. Den Schülern werden nicht zusammenhanglose Wissenseinheiten in sechs täglichen 45-minütigen Abschnitten vorgelegt, wie dies in viel zu großen Klassen heute geschieht. S tatt dessen werden gemeinsam und in spielerischer Form Wissensgebiete erarbeitet. Aus der dogmatisch-hierarchischen Beziehung des vor der Klasse stehenden Lehrers und den weitgehend anonym bleibenden Schülern wird eine, gemeinsame Ziele erarbeitende, Partnerschaft.
Daß das Lernen in kleinen Gruppen für jeden persönlicher und damit auch interessanter wird, ist längst erwiesen. Daß auch in diesen Gruppen nicht jeder Schüler gleich schnell begreift, ist klar. Die Unterschiede werden jedo ch wesentlich geringer sein, als dies in heutigen Schulen mit 25 bis 40 Schulkindern der Fall ist. Darüber hinaus hat jeder unterschiedliche Qualitäten und Interessen. So ist der eine sprachbegabter, während der andere mehr Freude am Umgang mit Zahlen hat. Unterstützt nun - siehe oben - der Stärkere den jeweils Schwächeren, so bauen sich die von allen Lehrern gefürchteten großen Unterschiede zusätzlich ab. Da derart kleine Klassen auch ganz andere Bezugsfelder und persönliche Bindungen unter den Schülern schaffen, wird dies die Ler nfreude und Motivation der einzelnen Mitglieder dieser "Arbeitsgruppen" zusätzlich positiv beeinflussen.
Diese Anthropos-Schulen sind auch kein ungeliebter Aufenthaltsort für den Vormittag, dem die Schüler dann gestreßt den Rücken kehren. Vielmehr nehmen diese Kinder gemeinsam das Mittagessen ein, verbringen den Nachmittag ebenso gemeins am - und dies nicht nur für die typischen Schulstunden. Sie erleben zusammen Spiel, Sport und Freizeit. Sie lernen, ihren Tag selbst aktiv zu gestalten.
Diese Anthropos-Schulen werden im Internats- wie auch im Externatsbetrieb geführt. Die klassische Einteilung: Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Universität wird - nach dem Vorbild des klassischen Altertums - durch ein "Ganzhe itssystem" abgelöst, was in seiner Vielfältigkeit allen Interessen und Neigungen Raum gibt und dessen Dauer von dem Jugendlichen selbstbestimmt wird. Die Drohung: "Nur wer genügend lernt, hat später Chancen im Leben" wird durch eine umfassende und interessant Gestaltung des Unterrichts ersetzt, aus der si ch völlig zwanglos für das Kind/den Jugendlichen die Freude am Lernen ergibt. Derartigen Schulen versucht der Jugendliche auch nicht mehr, ehestmöglich zu entfliehen.
Darüber hinaus hat der Jugendliche und auch der bereits im Beruf stehende Mensch die Möglichkeit, die Schule auch nicht als eine endliche, mit einem jeweiligen Abgangszeugnis versehene Institution zu betrachten (und zu fürchten). Vielmehr w erden weiterführende Kurse und Studiengänge angeboten. Der Gedanke der Volkshochschule wird also völlig nahtlos in dieses System integriert. Vielen Eltern würde damit sicherlich ein ungeheurer Streß genommen. In die Familie kehrt das Kind/der Jugendliche ebenso am Abend (bzw. den Wochenenden, bzw. in den Ferien) zurück, wie dies die Eltern auch tun. Dies gilt gleichermaßen für die alleinerziehenden Mütter und Väter!
Viele Ursachen für Zerwürfnisse und Streitigkeiten in der Familie würden auf diese Art und Weise verhindert bzw. entstünden gar nicht, weil ihnen der Grund dafür entzogen wäre. Ein in dieser Form als friedvoll, interessant un d spannend empfundenes Lernen würde nicht nur vorhandene Potentiale bei den Kindern schneller und effektiver entwickeln, sondern gleichzeitig Spannungen, Rivalitätsdenken und Versagensängste gar nicht erst aufkommen lassen. Der junge Mensch erhielte damit einen wesentlich weicheren und freudvolleren Einstieg in sein soziales Umfeld und in seine spätere Rolle als erwachsener Mensch. Der Begriff der Familie verlöre hier seine unilaterale Zwanghaftigkeit. Aber wäre dies denn so negativ? Bietet das dem jungen Menschen nicht weit mehr gerechte Chancen?
Daß dies vielen Mitmenschen als zu idealistisch, anderen jedoch gleich wieder als "Sektiererei" vorkommen mag, nehmen die Initiatoren dieses Gedankens in Kauf, es entspricht gleichwohl nicht der Wahrheit.
Wem dieses Modell jedoch utopisch erscheint, der sei darauf hingewiesen, daß es bereits Firmen und Familien gibt, in denen alle, Eltern, Kinder und Kollegen, in dieser Art miteinander umgehen.
Da für die Entwicklung derartiger Institutionen enorme finanzielle Mittel erforderlich sind, jeder staatliche und vor allem kirchliche Einfluß jedoch vermieden werden muß (nicht zuletzt, um die Verwaltungskosten überhaupt noch ü berschaubar zu halten!), wurde der "Anthropos e. V. - Für die Kinder dieser Welt" gegründet, in dem jede natürliche und juristische Person Mitglied werden kann.
Um möglichst vielen Menschen die Mitgliedschaft zu ermöglichen, wurde nur ein Mindest-Monatsbeitrag von DM 5,- festgelegt, der jedoch nach oben beliebig - nach den persönlichen Möglichkeiten - offen ist. Darüber hinaus haben sich bereits mehrere Institutionen bereit erklärt, Produkte zu schaffen, deren Verkaufserlöse nach Abzug der Herstellungskosten dem Anthropos e. V. zufließen.
Die Mißstände in Familien und Betrieben, Städten, Ländern und Kontinenten zu erkennen, ist eine Sache. Sich dafür zu entscheiden, aktiv gegen diese Mißstände vorzugehen - und dies mit allem notwendigen Mut und gegen si ch immer wieder in den Weg stellende Hindernisse - ist ungleich schwieriger.
Wir suchen Menschen, die dazu bereit sind, unter Mißständen nicht nur zu leiden und diese mehr oder weniger laut anzuprangern, sondern aktiv zu handeln - oftmals unter Hintanstellung eigener Vorteile.
Wollen Sie uns dabei helfen?
H E R Z L I C H W I L L K O M M E N
im Anthropos e. V. - Für die Kinder dieser Welt Brahmsstrasse 24a 81677 München
Tel. (089) 41 60 07 - 40
Der Anthropos e. V. - für eine neue Generation ohne Angst -
Copyright Anthropos e. V.
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 14. März 2010 um 10:03 Uhr |
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