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Papi, was ist Mut?
Mut, mein Sohn, ist das zu tun, was And're nicht zu tun geruh'n. Sei's, daß es ihnen unbequem, sei's, daß sie keinen Vorteil seh'n, sei's, daß sie fürchten, zu versagen, befürchten, Vorwürfe ertragen zu müssen, weil 'im Teich' sie rühr'n. Du selbst kannst es am besten spü'rn, wenn Du nur in Dein Inn'res lauscht, ehrlich mit Deiner Seele plauscht. Dein Bauch sagt Dir, was richtig ist, wo Du vielleicht im Irrtum bist.
Er schilt Dich dummer Eitelkeit, vermeldet Hochmut Dir und Neid, sagt Dir, wann Handeln angebracht, auch wenn Dein feiger Nachbar lacht. Mut trägt auch nicht nach Dankbarkeit, doch er Dich Deiner Angst befreit, wenn Du bereit bist, zu versteh'n, für Deine Meinung einzustehen.
Leicht ist's, der Masse Sinn zu teilen, statt ihrem Schutze zu enteilen. Der Preis dafür, daß sie Dich liebt und Dir ihr Wohlwollen gibt, ist, daß Du tust, wie sie's Dich lehrt, denn "Anders-Denken" ihr's erschwert, die Menschen nach Geheiß zu lenken. Und dies verbietet eig'nes Denken, sich selbst verantwortlich zu führen, die eig'ne Kompetenz zu spüren, nicht And're ihrer Schuld zu schmäh'n, den eig'nen Weg auch selbst zu geh'n.
Du siehst, mein Sohn: Mut ist beschwerlich, doch nur wer mutig ist, ist ehrlich.
Dieses Gedicht wurde mir von Herrn H.-W. Graf aus München für meine Webseite zur Verfügung gestellt. Ich verehre seine Werke und sein Tun für die Benachteiligten dieser Welt schon seit Jahren. Vielen Dank für Deine langjährige Freundschaft und Verbundenheit.
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