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Der Popanz
Ich traf mal einen, der mir sagte (und dies obwohl ich gar nicht fragte), wie gut und schlau und toll er sei, wo etwas los, sei er dabei. Er kenne hier den Chef persönlich, was dort geleistet, sei zu wenig, erst gestern war er g'rad zu Gast, bei "denen von und Hoch-zu-Ast". Er habe jüngst den B. getroffen, zwei Nächte mit ihm durchgesoffen. Zweihundert Gäste war'n bei T., darunter P. und K. und G. Beim Sitzungsfest, beim Opernball, Galadiner im Schloßfestsaal. Seit vielen Jahren kenn' er Q., trifft R. und S. - so ab und zu, weiß Neues über M. und H. L.'s Mißgeschick war längst ihm klar, denn damals schon hätt' er geseh'n, mit C. und L. wird's nie gut geh'n.
Ich staunte nur noch, schämte mich: Wie unwichtig war da bloß ich, mach' meine Arbeit, bau' was auf, stell' tapfer mich des Leben's Lauf. Genieße stolz die kleinen Freuden, will weder Kraft, noch Zeit vergeuden. Wie klein sind alle meine Schritte, doch er steht kraftvoll in der Mitte.
Ganz plötzlich wurde mir dann klar, daß alles gänzlich anders war. Ich sah, daß zwar mein Wirken klein, Doch wer's getan, war ich allein.
Er aber sieht den Sinn im Leben, nur darin, lauthals anzugeben. Nach Anderer Größen Licht er giert, macht sich zum Popanz ungeniert, sucht darzutun, wie gut er sei, und ist doch immer nur dabei.
Den eig'nen Wert bei einem Fest, erkennst Du erst, wenn Du's verläßt. Sei Deine Leistung noch so klein, hast Du's getan, kannst stolz Du sein.
Doch sollt' man eines niemals tun: Auf And'rer TUN sich selbst ausruh'n. Dieses Gedicht wurde mir von Herrn H.-W. Graf aus München für meine Webseite zur Verfügung gestellt. Ich verehre seine Werke und sein Tun für die Benachteiligten dieser Welt schon seit Jahren. Vielen Dank für Deine langjährige Freundschaft und Verbundenheit.
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